
Ein Review von Konja Schneider
Cinema 4D wurde in den letzten Jahren ja schon immer mehr in professionellen Bereichen eingesetzt. Mit der neu erscheinenden Version Cinema 4D R9 mausert sich die Software aus dem Hause Maxon zu einer reiferen und professionellen 3D Software.
1 Jahr nach Erscheinen der Cinema 4D R8 hält Maxon wieder einmal eine mit vielen Highlights gespickte neue Version bereit. Um alle Neuerungen beschreiben zu können, würde das Review sehr lang werden, daher möchte ich mich nur auf einige beschränken.
Erster Eindruck
Gleich nach dem Öffnen der R9 erblickt man zuerst die gewohnte Bedieneroberfläche von Cinema 4D. Auf dem ersten Blick scheint alles beim Alten geblieben zu sein, doch wenn man etwas genauer hinschaut fallen einem doch direkt 2 - 3 neue Änderungen in der Oberfläche auf.
Änderungen im Bereich der Bedieneroberfläche wie das neue HUD- Display. Durch die Erweiterung der Ansichtsvoreinstellungen kann man sich ab sofort im Editorfenster , Projektion, Gesamtpolygone, Bilder pro Sekunde, aktive Objekte, Kameraentfernung und viele andere neue Anzeigemöglichkeiten die vorher nur mittels Zusatzplugins möglich waren, anzeigen lassen.

Ansicht / Anzeige
Des Weiteren gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten der Modellanzeige. Sei es über die gewohnte Graushadingansicht oder die Quickshadingansicht. Die gewohnte Aufteilung entweder oder, gibt es nicht mehr. So lässt dich nun das Graushading auch mit der Darstellung als Drahtgitter, Isobaten oder Quaderdarstellung verbinden. Ebenso wie die neu dazugekommenen Graushading (Linien), Quickshading (Linien), Konstantes Shading, verdeckte Linien und sichtbare Linien.
Ein besonderes Highlight ist hier auch endlich die Anzeige der Isobaten oder des Drahtgitters im Hypernurbsmodus.

Modelling
Im Modelingbereich wurde ordentlich zugelegt. So findet man jede Menge neuer Werkzeuge die das modellieren in Zukunft erleichtern.

Als erstes fällt einem die interaktive Selektionsansicht auf. Auf Anhieb sieht man nun welches Polygon oder Punkt man als nächstes selektieren will, oder welche man schon selektiert hat. Diese farbliche Sichtbarkeit lässt sich im Ansichtsmenü auch beliebig ändern.
Selektion
Neben den vorhandenen Live- , Rechteckselektionen sind auch neu hinzugekommene Selektionsmöglichkeiten wie die Loopselektion welche sich mit der Randselektion oder Selektionsfüllung kombinieren lässt. Enorm viele Arbeitsschritte werden hier einem in Zukunft abgenommen.

N-Gons
Wer nun zum Bearbeiten seines Models kommt, wird schon gleich eins der größten Schmankerl entdecken. Die N-Gons haben Cinema 4D erreicht. Keine lästigen Dreieckspolygone mehr, kein löschen und Neuverbinden von neu entstandenen Polygonen.
Ich glaube Bilder sprechen mehr als Worte. Ich habe hier in dem Beispielmodell ein „T“ selektiert.
Nachdem ich es gelöscht habe, wähle ich mir als erstes zum Beispiel das neue Tool „Polygonloch schließen“. Hierbei wird mir direkt angezeigt, welches Loch geschlossen werden soll. Und was entsteht hierbei? Ein N-Gon. Ein Polygon mit mehr als nur 4 Punkten.

Um auf alle neuen Werkzeuge wie, die neuen Messeroptionen, Vernäher, Pinsel, Glätten oder Gleiten einzugehen, bräuchte ich hier wie gesagt sehr viel Text. Erwähnen möchte ich aber an dieser Stelle das durch die neue Funktion der Multiselektion, sich nun auch Polygone zweier getrennter Objekte gleichzeitig bearbeiten lassen können.
Charakteranimation
Das Moccamodul hat eine noch größere Änderung hinter sich. So ist der Posemixer nun nicht mehr als einzelnes Objekt in der Objekthirarchie zu sehen, sondern kann als Tag benutzt werden. Mit MotionBlend lassen sich komplette Bewegungen ineinander Überblenden. Ebenso lassen sich auch nur Teile einer Hierarchie auf eine andere Bewegung Überblenden. Mit Show Transitions ist es möglich das die verschiedenen Motions als Gosts im Editor angezeigt werden.
Die bisherige Soft IK wurde um Harte IK und IK/FK Blending erweitert.
Download:

Mit dem neuen Zusatz im Moccamodul „Clothilde“ ist man in Zukunft in der Lage Stoff oder Kleidung zu erzeugen. Mit nur wenigen Mouseclicks lässt sich ein Hemd an eine Figur dressen. Der Stoff kann mit Selbstkollision versehen werden, Wind kann den Stoff wegwehen und bei hoher Belastung kann der Stoff sogar zerreissen.
Microdisplacement
Ab der r9 ist nun auch Subpolydisplacement möglich, welches das gewohnte Displacement in einem ganz anderen Licht erscheinen läßt. Was vorher noch modeliert werden musste, kann jetzt mittels SPD als Texur im Displacementkanal benutzt werden.

In rasend schneller Geschwindigkeit lassen sich hier Displacements rendern was in der R8 nicht annähernd möglich war.
Fazit:
Alles in allem ist Maxon einmal wieder ein richtig gutes Upgrade zur Vorversion gelungen. Preislich dürfen sich die User auch freuen, so wird das Studio Bundle in Zukunft gleich auch mit Sketch & Toon ausgeliefert.
Related Links: