
Was braucht eigentlich ein Animationsfilm noch außer der Animation?
An dieser Stelle möchten wir berichten, was für „Cedric“ nötig war.
Im Reich des Todes ist niemand lebendig. Vielleicht auf die eine oder andere Art mal gewesen – aber diese Zeiten sind vorbei. Unzählige Seelen hat der Schnitter seit Menschengedenken schon ins Jenseits überführt, und das in einer Branche, die wirklich jeder Sterbliche irgendwann in Anspruch nimmt. Wäre es da nicht mal Zeit, an seinem Image zu arbeiten?

Das allgemeine Bild vom Tod ist völlig zu unrecht negativ belastet. Dabei ist weniger der Bekanntheitsgrad sondern eher seine Beliebtheit das Problem. Denn speziell in der Altersgruppe zwischen 1 und 99 Jahren liegt sie noch unter der von Rechtsanwälten, salzigem Popcorn und Chuck Norris.
Ganz klar: Ein zeitgemäßes Bild muss errichtet werden. Damit auch Sie in Zukunft sagen werden: Nicht der Hund,
sondern der Tod ist der beste Freund des Menschen. Diese und andere Gedanken bildeten die Grundlage bei der Enstehung von „CEDRIC“, einem deutschen CG-Kurzfilm. Cedric ist der Neffe des Todes, hält sich für einen brillianten Geschäftsmann und ist von seinen Ideen auch leider überzeugt genug, sie in die Tat umzusetzen. Als der Tod nach längerer Abwensenheit in seinen Turm zurückkehrt, hat Cedric aus seinem Ein-Mann-Unternehmen einen börsennotierten Global-Player gemacht.

Die Geschichte der Geschichte
Fast ein halbes Jahr lang haben wir - Hendrik, Christian und Jens – zusammen gesessen und an der Idee, Handlung, den Dialogen und Charakteren gearbeitet, bis alles so ausgereift war, dass die digitale Arbeit beginnen konnte. Wir wussten, dass dies ein sehr umfangreiches Projekt werden würde, weshalb wir besonderen Wert auf eine gute Geschichte legten. Dies war auch der Grund, warum es vor „CEDRIC“ noch drei andere Ideen gab, mit denen wir etwa jeweils eine Woche experimentierten, aber dann zugunsten dieser Geschichte fallen ließen.
Wir entwickelten die Eigenschaften und Merkmale der Hauptcharaktere – Cedric, Tod und Dr.Quuh – detailierter, und begaben uns nach dem groben Handlungsablauf an die Dialoge der Figuren, nicht selten eine herausfordernde Angelegenheit. Denn neben den eigentlichen Gesprächen zwischen Cedric und dem Tod oder Dr.Quuh gab es im Script noch einen Werbefilm, den Cedric dem Tod vorführt. Und natürlich hat ein modernes Logistikunternehmen auch ein prägnantes Logo! Der Afterlifespot blieb tatsächlich Teil der Handlung und ist eine echte Persiflage auf die Imagefilme von T-Online, DHL und anderen globalen Dienstleistern.


Jede Stimme zählt!
Schließlich gelangten die Figuren zu ihren echten Stimmen. Und die hätten wahrlich nicht passender sein können.
Bernhard Hoecker machte aus Cedric das, was er ist: Der quirlige dauergrinsende Gegenpart zum Sensenmann. Beim anschließenden Essen eröffnete Bernhard uns, dass er leidenschaftlicher Counterstrike-Spieler ist, uns dann mit Nachdruck aufforderte, Halflife2 und somit CS Source zu erwerben, was wir auch taten und damit dem Zeitplan des Projekts ein neues Gesicht gaben.
Mit Jochen Malmsheimer fanden wir für Cedrics Onkel die ideale Stimme. Wer das Hörbuch „Die Brautprinzessin“ kennt, wird wissen, wie spannend und vielseitig Jochens Stimme ist. Er hat dem gesichtslosen Tod somit erstmals „Leben“ eingehaucht.
Hennes Bender ist die Stimme des Dr.Quuh. Er hat es tatsächlich geschafft, den nüchternen und analytischen Teil des Docs ebenso zu verkörpern, wie seine emotionalen Explosionen. The real Mad Scientist!

Schön schief, bitte!
Parallel zum Ton enstanden auch die ersten bewegten Bilder. Wir testeten die Witzigkeit der Charaktere mit kleinen Filmzitaten. So entstand auch dieser erste Test an dem Gesicht eines Skelettmitarbeiters, von uns Grunzer genannt:
http://www.after-life.de/movies/loveboat.mov
Wir machten uns daran, die Sets mit Details zu füllen und jedem Szenario die passende Farbstimmung zu geben. Der Stil des Films ist dabei gekennzeichnet von drei Attributen: schlicht, schräg und bunt. Wohl nicht ganz unschuldig ist hierbei die Wirkung zahlloser Simpsons-Episoden auf die Gemüter der Macher.


Technikcheck
„Und gemacht wie? Womit? PlugIns?“ werden die 3Dler fragen. OK, also ein paar Worte zur Technik, aber wirklich nur ein paar: Modelling, Wichtungen, Licht und Rendern in Cinema 4D 9.1. Dabei lief das Rendering über Netrender Clients (13 G5-Macs). Erstellt wurden die Animationen auf PCs, was die Macs manchmal veranlasste, andere Ergebnisse z.B. bei den Soft-IK Ketten in den Krawatten der Grunzer auszugeben. Das bedeutete, dass die Krawatte manchmal plötzlich verschwand.

Die Animation der Figuren sowie die Gesichtsanimation haben wir in Motionbuilder vorgenommen und später wieder auf das C4D-Modell übergeben. Die Post-Effekte und sämtliche Aufhübschung geschahen in After Effects 6.5. Möglich gemacht haben das die betreffenden Softwarehäuser: Maxon, Adobe und TEFKAA (the Entwickler formerly known as Alias).
An dieser Stelle möchten wir auch einen Dank an die Gemeinschaft der Anwender richten, die auch durch ihre
Unterstützung, Kritik und aufbauendes Lob daran beteiligt war, dass „Cedric“ im Frühling von der Idee zum fertigen Film gereift sein wird. Denn schließlich ist keine Software wirklich gut ohne eine gute Community.
Auf
www.cedric-der-film.de wird es den Kurzfilm natürlich nach seiner Veröffentlichung auch zum Download geben.
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