
Ein Making of von TeeWorks
Making Of My RollsRoyce Phantom
Als ich heute gefragt wurde, ob ich denn nicht Lust hätte, ein kleines MakingOf zu meinem Projekt zu schreiben, musste ich erst einmal schmunzeln, weil ich daran dachte, wie ich mich vor ca. 3 Jahren genau das gefrage habe, wie es jemand durchhält, ein solches 3D-Projekt zu realisieren. Ich hoffe ich kann hier einen kleinen Einblick geben, wie mein normaler (nunja, was ist schon normal) Arbeitsprozess bis zum fertigen Renderfinish abläuft.
Projektidee:
Nun, zuerst einmal, jeder der so viel Zeit wie ich in ein spezifisches Projekt steckt, sollte sich vorher genauestens überlegen, ob ihm die Idee überhaupt würdig vorkommt, fertig gemacht zu werden. In meinem Fall war es Liebe auf den ersten Blick, somit keine weiteren Kriterien ;D. Wichtig war mir, dass ich die Vorlage genauestens studiere, vor allem Details wie spezielle Einzelteile, Kantenschärfe, Shape (Form), etc. . Nach etwa 100 gesammelten Referenzbildern + einem IAA Besuch hatte ich dann wohl einigermaßen genügende Detailaufnahmen um auch „Problemzonen“ lösen zu können. Was ich auch schon bei meinem Eurocopter gemacht habe, wenn Teile nirgends gut genug abgebildet sind, habe ich sie einfach mal auf Papier nachgezeichnet und so herausgearbeitet, wie ich sie mir vorgestellt habe (Mitteltunnel, Innenraumkleinteile, Felgen z.B.)

Umsetzung:
Modelingmäßig habe ich, wie die meisten, beim Grill und bei der Motorhaube angefangen und mich nach hinten durchgearbeitet. Dabei wichtig, man kann gar nicht genug mit Referenzen abgleichen. (ich sag nur, ein Hurra auf 2 Monitore!) Ich achte auch beim Neuaufbau von Objekten darauf, am Anfang relativ wenige Polygone einzusetzen, und dann wo nötig zu unterteilen, damit die Oberfläche glatt wird. Dabei ist mir die Technik vollkommen egal, ob Boxmodelling oder PolybyPoly, beides muss man beherrschen, für jedes Einzelteil muss man aufs neue herausfinden, was am besten geeignet ist / am schnellsten geht. Ich mische auch recht oft. Hier ist auch jede Menge Geduld gefragt, sonst geht überhaupt nichts. z.B. habe ich 3 verschiedene Reifenprofile und 3 verschiedene Felgenformen ausprobiert, bevor ich zufrieden war.

Vor allem in der Schlussphase haben mich die Proportionen des Wagens jede menge Nerven gekostet, weil er einfach (für mich) nicht ausgesehen hat wie der echte RollsRoyce.
Am Schluss wurde dann der Grill, Scheinwerfer und die Front/Kotflügelpartie nochmals komplett überarbeitet.
Finish:
Naja, einige werdens schon gemerkt haben, Texturen waren bis jetzt nicht wirklich mein Ding. Aber auch hier habe ich mit diesem Projekt viele Erfahrungen sammeln können, gerade im Bereich Lackierung. Ich versuche auf jedenfalls immer, das Licht auf die Texturen abzustimmen, nicht anders herum (was ich schon oft gehört, und nie begriffen habe). Wenn dem einen oder anderem die Oberfläche des Lacks in den Studio-Renders komisch vorkam, zu weich oder was auch immer, dann lag das einfach nur an der Beleuchtungsart und nicht an der Textur selbst. An dem Studiosetup bin ich übrigens etwa volle 6 Tage gesessen. (nicht am stück ;-) – und auch hier wieder mehrere Methoden ausprobiert)

Vor allem die ständige Testrenderei ging mir arg auf die Nerven, weil man einfach vorher nicht mit Sicherheit weiß, was dabei herauskommt. Tipp: zum Testrendern der ganzen Szene habe ich immer den NetRender verwendet, weil dieser, wieso auch immer, ungefähr nur 1/6 der Zeit braucht, und das auf genau demselben Rechner ohne weitere Clients oder sonst irgendwas! (15min anstatt 1,5h – hätte dazu ganz gerne mal ein Statement von Maxon)

Dass ich insgesamt über ein Jahr am Phantom gearbeitet habe, lag vor allem daran, dass ich mich mehr meinem Studium als dem Wagen gewidmet habe, deswegen auch hier nochmals Danke an alle, die nicht die Geduld verloren haben, dass so selten Updates kamen ;-).
Rechtherzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, cheerio TeeWorks
www.teeworks-net.de
www.cg-cars.com