Daniel Schild, Betreiber von DNS-Plugins (
http://www.dns-plugins.de) und Entwickler der bekannten und beliebten Tools "PaintOnSurface" und "EdgeSweep" hat etwas neues zu bieten:
Den "WindowGenerator", ein Plug-In, das ein absolutes Muss für jeden ist, der mit Architekturvisualisierung zu tun hat. lest hier ein review zum neuen plugin!
WindowGenerator & PlacementTool Plug-In für Cinema 4D
Daniel Schild, Betreiber von DNS-Plugins (
http://www.dns-plugins.de) und Entwickler der bekannten und beliebten Tools "PaintOnSurface" und "EdgeSweep" hat etwas neues zu bieten:
Den "WindowGenerator", ein Plug-In, das ein absolutes Muss für jeden ist, der mit Architekturvisualisierung zu tun hat.
Der WindowGenerator macht mit wenigen Klicks das, was sonst so aufwändig und zeitraubend ist: er generiert Fenster. So einfach das klingt, so genial ist es. Da, wo man vorher aufwändig Löcher in Wände schneiden (sei es per Boole oder mit anderen Techniken), Fenster samt Fensterbrettern, -griffen und anderen Details modellieren und anpassen musste, nimmt einem jetzt der WindowGenerator diese Arbeit komplett ab. Dieses Tool beschleunigt durch sein einfaches und intuitives Interface den Prozess der Fenstererstellung um ein Vielfaches.
Nachdem man das Plug-In, wie üblich im Plug-in-Ordner von Cinema 4D installiert hat, erscheint der WindowGenerator nach Programmstart mit zwei Icons im Plug-In-Menü: Das "WindowPlacementTool" und das "WindowGenerator"-Objekt.
Das Tool arbeitet sowohl mit mit Polygonobjekten, als auch mit Grund- und NURBS-Objekten, so müssen Wände, die noch aus parametrischen Grundobjekten (z.b. Würfeln) bestehen, nicht erst konvertiert werden. Nun wählt man das "WindowPlacementTool" bei ausgewähltem Wandobjekt und zieht einfach ein gelbes Rechteck auf die Wand, ungefähr da, wo das Fenster sein soll und schon befindet sich in der Wand ein Loch für die Fensteröffnung und ein Fenster, komplett mit Blendrahmen und Öffnungsflügeln (ist ein anderes als das Standard-Preset gewählt, fällt das Aussehen der erzeugten Fenster entsprechend anders aus). Das ist schon alles. Alles weitere sind ab jetzt nur noch Einstellungssachen, denn selbstverständlich kann man das Fenster seinen eigenen Bedürfnissen voll und ganz anpassen.
Im Objektmanager gibt es jetzt ein "WindowGenerator"-Objekt und ein neues Boole-Objekt, in dem sich eine Instanz des Boolekörpers und das Wandobjekt befinden. Dieses ist standardmässig nach dem "zeichnen" des Fensters aktiviert, sprich man kann dessen Attribute bearbeiten, doch dazu später. Zunächst sollen die Attribute des "WindowPlacementTools" näher betrachtet werden. Um diese anzuzeigen klickt man erneut auf das Icon des "WindowPlacementTools".
Attribute des "WindowPlacementTools"
Es gibt zwei Tabs "Basis" und "alle randomisieren".
Im "Basis"-Tab kann man vor dem Zeichnen eines neuen Fensters im Bereich "active preset" ein Preset-Fenster (oder -Tür) auswählen. Hier hat man selbstverständlich die Möglichkeit eigene Presets abzuspeichern und abzurufen. Im Dropdown-Menü "Boole-Modus" kann der User entscheiden, ob das PlacementTool nur das Fenster erstellen und platzieren , oder auch gleich die Fensteröffnung in die Wand boolen soll. In den Snapping-Einstellungen hat man die Möglichkeit Fenster an Punkten, Kanten, etc. einrasten zu lassen. Besonders interessant ist die Option "snap to align windows", die es einem erlaubt, Fenster aneinander auszurichten. So werden alle Fenster die gleichen Masse und Abstände haben.
Ein Fenster erstellt man, indem man einfach bei aktiviertem WindowPlacementTool ein Rechteck auf die ausgewählte Wand zeichnet. Später kann man immernoch die einzelnen Kanten der Fenster greifen und verschieben und so Grösse und Position anpassen. Möchte man weitere Fenster auf die gleiche Wand zeichnen, macht man dies mit gedrückter strg-Taste, da sonst das vorherige Fenster überschrieben bzw. neu positioniert wird. Man kann auch das eben gezeichnete Fenster, so wie es ist, mit gehaltenen strg- und shift-Tasten kopieren oder dimensionstreu mit gehaltener shift-Taste verschieben.
Attribute des "WindowGenerator"-Objektes
Hat man ein Fenster gezeichnet, kann man dessen Eigenschaften in den Attributen des WindowGenerator-Objekts verändern:
Die Tabs "Basis" und "Koordinaten" entsprechen denen, aller Objekte in Cinema 4D und sollen hier nicht weiter erläutert werden.
Das "Objekt"-Tab bietet die Möglichkeit die Komplexität des Interfaces anzupassen, wobei selbst die Einstellung "complete" immer noch sehr überschaubar und intuitiv zu bedienen ist. Bemerkenswert sind hier noch die Buttons "load window" und "save window", sowie "set as default style". Mit letzterem kann man sein individuell erstelltes Fenster als "default" setzen, so dass neu erstellte Fenster automatisch das selbe Aussehen haben. Sehr praktisch und zeitsparend sind die Einstellungen der x- und y-Wiederholungen und deren offset: Hier kann man entscheiden, wieviele gleiche Fenster nebeneinander gezeichnet werden sollen und in welchem Abstand zueinander. Diese Einstellungen wirken sich jeweils auf das momentan im Attributemanager (AM) ausgewählte Fenster aus. Ab Cinema4D R11.5 werden für Wiederholungen automatisch Render-Instanzen statt normaler Instanzen genutzt, was den Speicherverbrauch reduziert. Es folgen noch Einstellungsmöglichkeiten der Fensterbreite und -höhe sowie der Fenstertiefe, sprich der Tiefe des Boole-Objektes. So kann man auch in sehr dicke Wände Fenster schneiden.
Die Tabs "WindowFrame" und "GlassFrame" bieten verschiedenste Einstellungsmöglichkeiten für den Blendrahmen und die Fensterflügel: man kann die Rahmenstärken und -profile bearbeiten, horizontale und vertikale Fensterteilungen und deren Dimensionen wählen und verschieben und die gewünschten Materialien vergeben. Standardmässig sind zwar alle Objekte mit Materialien versehen, aber Nutzer von externen Renderengines wie z.b. VrayforC4D oder Maxwell müssen diese Materialien ersetzen können. Besonders interessant sind die Optionen für das Glas im Fenster: hier kann man wählen, ob man eine volumetrische Scheibe, zwei volumetrische Scheiben oder nur eine Ebene als Glasscheibe generieren lassen will. Auch kann man die Glasscheibe komplett ausschalten und somit wertvolle Renderzeit sparen.
Im Tab "open/close" kann man einstellen welcher Fensterflügel auf welcher Seite angeschlagen ist, sprich in welche Richtung er sich öffnet und auch der Winkel der Öffnung ist wählbar.
"Handles" bietet einem die Möglichkeit einen Fenstergriff erstellen zu lassen und dessen Grösse anzupassen. Über den "browse"-Button gelangt man zu einem kleinen Explorer, in dem alle gespeicherten Fenstergriffe (und auch alle anderen Zusatzobjekte für den WindowGenerator) auswählbar sind. Vergleichbare Einstellmöglichkeiten hat man in den bereichen "WindowBoard", "Shades" und "GlazingBars" in denen man Fensterbretter, Rollläden und Zierleisten auswählen und deren Attribute verändern kann.
Da ein Fenster höchstens sechs Öffnungsflügel haben kann, sofern es eine Längs- und zwei Querunterteilungen hat, kann unter Umständen der Tab "SubWindows" sehr wichtig sein: der Reiter erlaubt es einem, einen einzelnen Fensterflügel durch ein komplett neues Fenster zu ersetzen. Dieses "subwindow" wird dem original "WindowGenerator"-Objekt untergeordnet und bietet bei Aktivierung erneut die gleichen Einstellungsmöglichkeiten, wie das übergeordnete Fenster. So lassen sich beliebig viele Fenstervariationen erstellen. Allerdings muss man hier ein wenig im Voraus planen und sich genau überlegen welche Rahmenstärken von welchem Fenster man nun auf Null setzen muss, damit der Gesamteindruck des Fensters stimmig ist, aber mit etwas Übung ist auch diese kleine Hürde schnell genommen.
Mit der "randomize"-Funktion können verschiedene Einstellungen für alle Flügel des Fensters per Zufall gsteuert werden, um z.B. allen Flüglen eine zufällige Öffnung zu geben. Dabei kann jeweils der Bereich angegeben werden, aus dem eine Zufallszahl gewählt werden soll, also z.B. öffnen die Fenster zwischen mindestens 10° aber höchstes 35°. Der Randomize-Knopf erstellt dabei bei jedem Druck neue Zufallswerte für die ausgwählten Werte innerhalb der eingestellten Bereiche. Der "randomize all"-Tab im Placementtool macht im Grunde das Selbe wie das Randomize-Tab in den einzelnen Fenstern, mit dem Unterschied dass alle Fenster der Szene von der Random-Funktion beeinflusst werden können. Einzelne Fenster können auch davon ausgenommen werden, oder ihre individuellen random-settings beibehalten (lokale settings überschreiben die globalen random settings).
Für die, bei Fenstern am häufigsten gebräuchlichen Details wie Fenstergriffe, Jalousien, und Fensterbretter gibt es je einen eigenen Reiter (siehe oben), im "Details"-Reiter können beliebige weitere Details zum Fenster hinzugefügt werden. so wäre es z.B. möglich einen Blumentopf als Detailobjekt hinzuzufügen, oder Vorhänge hinter dem Glas zu platzieren, ein Fenstergitter, oder ähnliches. Man muss beim Erstellen der Referenzdatei nur auf die korrekte Position der Achsen achten, dann wird der "Details"-Tab zu dem Customize-Tool schlechthin. Die Möglichkeiten sind hier nahezu unbegrenzt.
Für jedes Fenster-Element können im "MaterialSettings"-Tab Einstellungen zur Material-Projektion vorgenommen werden: die Art des Mappings, x- und y-Wiederholungen, x- und y-offset, tiling und seamless mode. Diese Einstellungen sind identisch mit den gleichnamigen Einstellungen in einem Cinema4D Materialtag.
Im "Compositing"-Tab kann man eine Object-Buffer-ID für die verschiedenen Elemente des Fensters vergeben, um jeweils einen separaten Multipass zu erzeugen.
Der PresetBrowser
Im PresetBrowser können komplette Fenster-Presets und Presets für Einzelteile der Fenster zur Wiederverwendung gespeichert werden.
Komplette Fenster-Presets werden über die Buttons 'load window' bzw. 'save window' im Basic-Tab des Fenster-Generator-Objekts gepeichert bzw. geladen. Einzelteile, wie z.B. Rahmenprofil-Splines oder Detail-Objekte, wie z.B. Fenstergriffe oder Fensterbretter, werden im jeweiligen Reiter über den "browse"-Knopf gewählt. Ist der PresetBrowser geöffnet, können die Objekte direkt aus dem Objekt Manager in den PresetBrowser gezogen werden, um sie als Preset abzuspeichern. Ein Preview-Bild kann dann ebenfalls automatisch angelegt werden. Solche Presets werden als .c4d-Dateien in einem Unterordner des Plug-Ins gespeichert, so dass man diese Dateien auch einzeln in Cinema nachbearbeiten kann. Geladen werden diese Dateien mit einem Rechtsklick auf die gewünschte Datei im PresetBrowser, dort wählt man den Befehl "load preset".
Fazit
Daniel Schilds "WindowGenerator and PlacementTool" ist schlicht und ergreifend genial: es ist gut durchdacht, sehr einfach und intuitiv zu bedienen, extrem felxibel und es spart einem Zeit, viel Zeit.
Das Thema ist sicherlich noch nicht am Ende, so kann das Plug-In momentan nur rechteckige Fenster erstellen. Bogenfenster oder runde Fenster sind (noch) nicht realisierbar, ebenso wie Fenster, die über Eck angeordnet sind. Aber ich bin sicher, daß der WindowGenerator eine so starke Resonanz erfahren wird, daß Daniel Schild das Plug-In vor lauter Motivation, in kommenden Versionen noch grossartiger und noch vielseitiger gestalten wird. Das Plug-In ist eine unbedingte Kaufempfehlung, 5 Sterne!
Oliver Hecke aka steppes