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oh mann… der begriff “killerspiele” wurde doch nur erfunden, um von den WIRKLICHEN problemen in der gesellschaft abzulenken, die dazu führen dass junge menschen durchschüsseln und wahllos um sich ballern.
nach columbine war marilyn manson schuld, nach erfurt counterstrike. nicht etwa ausgrenzung, erfolgsdruck, versagensangst in einer gesellschaft, in welcher der wert eines menschen an seinem erfolg gemessen wird.

ich bin übrigens durch ein “killerspiel” (jack hat es sogar erwähnt - duke nukem 3d) an den 3d-bereich gekommen. der leveleditor hat einfach zuviel spass gemacht :slight_smile:

Ja. Ich glaube auch , die Problematik ist viel komplizierter als “Kind spielt Ego-Shooter -> Kind läuft Amok”.
Denn viele Amokläufer (lese ich zumindestens immer) fielen in ihrer Umwelt, der Schule etc. als “Versager”, Aussenseiter auf, wurden oft gedehmütigt, und drehten dann irgendwann durch. Und hier spielen für meine Begriffe die Medien schon eine Rolle – Computerspiele und Kinofilme, die durch Gewaltästhetisierung Brutalität heroisieren, oder die traurige Hoffnung, durch einen Amoklauf wenigstens einmal von der ganzen Welt wahrgenommen zu werden. Natürlich kann man sagen, die Eltern, die Lehrer oder die böse “Gesellschaft” sind schuld, allerdings sollte sich jeder dann mal fragen, wann er sich das letzte Mal mit der total uncoolen oder langweiligen Nervensäge in seinem Umkreis einen netten Abend gemacht hat, nur um ihn in die Gesellschaft zu integrieren.

Ich habe von einer Studie (in einer seriösen Zeitung) gelesen, die ergab, daß intensiver Medienkonsum (mehr als 2h pro Tag) bei Kindern die Konzentrationsfähigkeit deutlich herabsetzt, die Schulnoten werden schlechter. Und wenn man den Statistiken der Schulen glaubt, werden die Jungs in der Schule schlechter (die erstaunlicherweise auch viel mehr als die Mädchen Computer spielen).
Deshalb glaube ich schon, daß intensiver Computerspiel- oder Medienkonsum (und zwar nicht nur EgoShooter, sondern durchaus auch “harmlose”, aber Suchtgefährdende Spiele wie WOW) durchaus zu einem Teufelskreis aus schlechter Leistung>Frustration>mehr Computerspielen(weil Erfolgserlebnis)>noch schlechtere Leistungen führen kann.

Und diese oftverwendete Einzelfall-Argumentation (wird sowohl von der PRO als auch der CONTRA-Seite verwendet): “Seht mal, ich spiele Ego-Shooter, bin aber vollkommen harmlos” (oder “Seht mal, der Amokläufer hatte CS auf dem Rechner”) ist für meine Begriffe unfruchtbar –*es fahren ja auch millionen Leute mit dem Auto durch die Strassen, ohne daß ihnen ein Unfall passiert…aber anschnallen sollten sich trotzdem alle. (oder ICH könnte durchaus mit einer Kalaschnikoff im Gepäck ins Flugzeug steigen, ohne daß was passiert – trotzdem finde ich es vertretbar, die im Flugzeug zu verbieten :wink: )

Ich bin gegen ein Verbot oder eine Ächtung der Computerspiele, aber sehe schon eine große Gefahr darin. (und ich habe auch als Jugendlicher bei “Barbarian” auf dem C64 Köpfe abgeschlagen…allerdings nur eine halbe Stunde, denn dann fanden wir es langweilig, und: Wir hatten ein schlechtes Gewissen dabei und haben uns nicht eingeredet, das würde unsere Koordinationfähigkeit trainieren)

Gruß, Jochen

PS: ich stimme auch ollis Einwänden zu…immer wenn ich sehe, wie hypnotisiert Kinder vor dem Fernseher oder auch vor Computerspiele sitzen, kriege ich schon Bedenken, wenn ich mir ansehe, was da teilweise in die Köpfe reinströmt…und ich frage mich, wie ich aussehe, wenn ich vor C4D sitze! :wink:
Und an den Threadersteller: Sorry für ein weiteres Abdriften…aber ich finde solche Diskussionen wichtig und gut, solange sie sachlich verlaufen.

Und das sogar, obwohl ich die nur vom Hörensagen kenne!

(Mein Spruch ging an Dietmar, wir kennen uns persönlich ganz gut
und er wird schon wissen, wie es gemeint war. Dass manche Leute
ungekennzeichnete Ironie nicht verstehen, ist ein unterhaltsamer
Nebeneffekt von Internetforen.)

:slight_smile:

Joa, dann mach auch das “Bitte-Insider-Gag-verstehen”-Zeichen dran. Bei PCs ist das “alt-ctrl-strg-ß-&-491;” (oh, jetzt hab ich das “Bitte-Insider-Gag-verstehen”-Zeichen vergessen…Wo ist das bei Apple?)

renderbaron

Ein “Insider” ist aber noch mal was ganz anderes. :wink:

Das stimmt doch garnicht :slight_smile: Ungleiches zeiht sich an und Gleiches stösst sich ab!

Es gibt aktuelle Studien die ganz klar belegen, dass gewalthaltige Spiele nicht zu Gewalttätigkeit führen. Gerade vor kurzem ist im Zuge der aktuellen Killerspiel-Pseudodiskussion wieder eine erschienen, welche mit den veralteten Ansichten der Spielegegner und der Regierung aufräume. Ich frage gerade einen Bekannten an der FU Berlin, ob der mir den Link schicken kann…

Ehrlich, die ganze Killerspiel-Diskussion ist wie mit der Hanf-legalisierung. Da werden auch immer noch Studien als Gegenargument herangezogen, die Mitt der 50er Jahre von gegnerischen Industrien gemacht wurden. Mit Wirklichkeit hat das nichts zu tun.

Grüße,
Jack

Beim Killerbier trinken werden Killeräpfel mit Killerbirnen verglichen…
:dance:<<< KILLER !!!

So, nun lest erstmal dies hier und beurteilt dann bitte alle auf Basis aktueller Ergebnisse, anstatt auf Basis veralteter Märchen:

Grüße,
Jack

Es kommt immer darauf an, wer die Studien in Auftrag gegeben hat.

Ich verlaß mich lieber auf meine eigenen Erfahrungswerte und den eigenen Verstand. :stuck_out_tongue_winking_eye:

An Deinem Verstand will ich nicht zweifeln.

Aber wieviel Erfahrung hast Du denn schon mit derartigen Spielen?
Schonmal selber Counterstrike, UT oder Quake gespielt?
Kennst Du jemanden, der durch diese Spiele gewalttätig geworden ist?
Bist du gar selber nach dem Spielen solcher Spiele gewalttätig geworden?

Ich sag nur: Masturbation macht unfruchtbar, Haschisch ist eine Einstiegsdroge und macht körperlich abhängig, Vorschulsendungen im Fernsehen machen Kinder intelligenter, Waldorffschulen sind fortschrittlich, Schwarze verkaufen immer Koks, alle Polen stehlen Autos und Muslime sprengen sich aus Prinzip mit Vorliebe in die Luft. Ach ja, und die Erde ist eine Scheibe :slight_smile:

Grüße,
Jack

Zumindest haben wir und, wenn auch zum wiederholten Male, mit dem Thema auseinandergesetzt und eine Menge interessanter Blickpunkte zu lesen bekommen. Und somit wieder einige für das Thema sensibilisiert.

Dass bei Einigen Hopfen und Malz verloren ist, hat jemand mal so ausgedrückt:
Wenn ein Mensch etwas Richtiges für falsch hält, besteht noch die Möglichkeit, ihn davon abzubringen; wenn aber jemand etwas Falsches für richtig hält, gibt es so gut wie keine Möglichkeit mehr, das zu ändern.

Gibt auch Leute die Rosa Elefanten sehen …

Zitat Chris Rock:
“Whatever happened to crazy? When I was a kid… people were just crazy.
Nowadays it’s the music, the videos, the games… f*** that!
I mean what the hell was hitler listening to, what was in his cd case???”
:wink:

Sorry für noch mehr off Topic.

Naja, aber so ganz schwarz-weiß malerisch ist doch hier keiner von uns,
die Ursache entweder nur in den Gewaltszenen oder nur in der Gesellschaft
zu suchen. Wenn dann trifft ja wohl beides zu. Aber Verbote sind ja soviel
einfacher zu realisieren…

das mit den “eigenen erfahrungen” ist so ne sache. natürlich kann man selber nur durch eigene erfahrungen lernen. diese sind aber naturgemäss beschränkt - auf die leute die man kennt, das mileu, in dem man verkehrt, und nicht zuletzt nimmt man die welt ja auch mit einem eigenen weltbild wahr.
eine wissenschaftliche studie muss sehr genaue vorraussetzungen erfüllen, um als solche anerkannt zu werden (bei befragungen eine genügend große menge an leuten, die per zufall ausgewählt werden müssen etc). das heisst auf die ergebnisse solcher studien kann man sich schon einigermassen verlassen, die frage ist halt, wer interpretiert in die ergebnisse was hinein? nichts sollte unkritisch hingenommen werden - das gilt allerdings auch für die eignen erfahrungen!

</weisheit>

Hallo Dietmar,

ich vermute, daß Du Dich da an falscher Stelle sorgst. Dennoch war der Ast, den ich bis hier verfolgt habe, wirklich witzig. Vor allem der Schlagabtausch mit Yapyap bekommt bei mir 8 Punkte in der B-Note.

Jens

Hehe…:
“Die Ergebnisse von Astrid Kristen und Caroline Oppl zeigen, dass nicht die Spiele die Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren aggressiv machten. Vielmehr suchten sich die Schüler und Schülerinnen jene Spiele aus, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur passten. Jungen, die ohnehin ein aggressives Verhalten an den Tag legten, tendierten über die Zeit eher dazu, sich mit gewalthaltigen Computerspielen zu beschäftigen.”

…müssen wir uns doch um Deine Umwelt Sorgen machen, Jack? :stuck_out_tongue:

Nee, im Ernst. Es gibt keinerlei Beweis für diesen Zusammenhang zwischen Spiel und Gewalttätigkeit. Nichtmal ernsthafte Hinweise, wenn man logisch überlegt.

Beim Schach geht es auch um das Systematische Plattmachen der gegnerischen Belegschaft. Werden Schachspieler deshalb zu Völkermördern (oder würden sie es werden, wenn sie die Chance hätten)? Sind Monopoly-Spieler zwangsweise Kapitalisten?

Und wo fängt für Dich das Killerspiel an? Ist Age of Empires ein Killerspiel? Immerhin bringt man dort ganze Armeen von Leuten um, und kann noch über die Zivilbevölkerung herfallen (was im übrigen immer eine gute Idee, dann können sie nicht so viel Holz hacken). Oder ist das allzu gefürchtete Doom ein Killerpspiel? Dort greift man z.B. gar keine Menschen an. UnrealTournament wurde damals nicht indiziert, obwohl es sogar Belobigungen für Kopfschüsse gar, Quake3 hingegen war schnell indiziert, dabei waren die Gegner größtenteils groteske Fantasiegestalten.

Alles eine Frage der Sichtweise. Für mich sind 3D-Shooter lediglich eine Plattform, auf der ich mich mit anderen Spielern messen kann. Genau wie Schach oder Spielkarten.

Meiner Meinung nach suchen Eltern, Erzieher und Regierung nach einem Sündenbock, dem sie die Probleme unserer Gesellschaft aufhalsen können, damit sie sich selber nicht so drum kümmern oder dafür schuldig fühlen müssen.

Grüße,
Jack

Jack ist nicht zwischen acht und 13 Jahren alt :slight_smile:

Eben, bei mir ist schon alles zu spät. Kann Quake spielen soviel ich will, ich werd nicht mehr gewalttätig :smiley:

Grüße,
Jack