Gemeint ist aber schon der Gesamtlook, nicht die Renderpeople – und klar sieht das nicht realistisch aus, aber wie maxen ja schon schrieb für die Art der Visualisierung ist ja auch absolut ok! Diskutabel wäre natürlich, dass das ganze vermutlich mit nem anderen Renderer als dem Physical trotzdem ggf schnell gerendert hätte, aber um Physical vs. Den Rest der Welt gehts ja hier ja ausnahmsweise mal nicht. Und jop, den Look kriegt man locker auch aus UE und Unity in annähernd Realtime raus, ist aber auch kein Spaß alles dahin zu exportieren wenn man einen andern Workflow gewöhnt ist. Ganz schön viele Sachen die wir rendern könnte man auch heutzutage einfach in ne Engine werfen – machen wir aber auch alle nicht unbedingt. Als Visualisierung funktioniert das Ganze, und man muss ja auch mal bedenken dass für diese Art Film keine Unsummen an Geld den Besitzer wechseln, also macht man eben, was drin ist. Ich persönlich finde n paar Sachen dann wieder zu “gritty” für ne Viz, gerade nachts, aber auch das liegt ja im Ermessensspielraum des Kunden. Natürlich wäre das ganz schön geil wenn es wirklich mit Photorealismus gerendert wäre, und natürlich wäre da auch für eine heutige Visualisierung auch Luft nach oben, aber ich glaube diese “Luft” ist dabei weder im Budget vorhanden noch ändert sie viel beim nüchternen, künstlerisch uninteressierten und eher inhaltlich fokussierten, Betrachter des Endproduktes.
Jo maxen, der Adobe ME ist gemeint. Ja, den bekommst du nur mit nem CC Abo (AE, Premiere, alles…). Der Resolve 264 lässt tatsächlich im Vergleich zu wünschen übrig. Das Resolve vimeo 1080p Preset ist aber auch nicht so daneben. Die Datenrate von 10.000 kannst du auch auf ca 20.000 hochschrauben (ggf sogar ewas höher), und/oder Multi-Pass anstatt Single-Pass (der ME benutzt für sein vimeo 1080 preset standardmässig 16.000) Der Vorteil ist, vimeo konvertiert nicht um, und du bekommst das, was du siehst. Wie scharf es dir erscheint hängt ja auch vom Inhalt ab – auch im gezeigten Video seh ich die Kompression sofort und kann mir aber vorstellen wie der unkomprimierte DNxHx Master ausgesehen hat. Ansonsten kannst du halt ne DNx oder ProRes hochladen, und vimeo tut sein bestes. Das kann aber durchaus auch eben daneben gehen.
Entspricht deine mp4 aber eben nicht den vimeo vorgaben wird sie halt nochmal konvertiert – dann gibts eben richtigen Matsch
Besten Dank für die ausführlichen Hinweise! Ich muss den Kram gar nicht irgendwo hochladen - wir geben die Filme im Regelfall direkt an die Kunden raus. die nutzen sowas dann halt auf Messen usw.
Nee, das liegt in meinem Ermessensspielraum. Genauso, ob ich mich selbst an die Staffelei oder hinter die Kamera stelle, oder in den Baumarkt gehe und mir ein Poster kaufe.
Der eine fragt “Ist das alles gerendert?”, der fragt “Ist das mit Vray gemacht?”, noch ein anderer sagt “Ist ja Physical Render, kann ja nicht realistisch sein.” Da nehm ich mir dann einfach mal ne Tüte Popcorn.
Kannst du verraten, was das kostet? Oder kosten würde, wenn du einfach Offerieren würdest und es der Kunde anstandslos schluckt?
Oder fragst du was sich der Kunde als Budget vorstellst und lieferst für den Preis ein Film ab? Geht ja für (fast) jedes Budget was.
Naja, auch. Der Kunde kann und wird schon durchaus sagen “Das ist mir zu düster, bedrohlich, zu verrauscht, zu hell, zu actionlastig, zu lahm…” oder was auch immer ihm gerade einfällt, und hat auch das letzte Worte solange er noch Änderungen bezahlen will, vorrausgesetzt der Kunde argumentiert überhaupt auf dieser filmsprachlichen Ebene, anstatt auch das “wie” nur das reine “was” (im Sinne von: Wird das richtige gezeigt, ist der Ablauf richtig) zu sehen Genauso kann er den Style gut finden und das so machen. Das Endprodukt nimmt ja immer noch der Kunde ab. Dass du ihm was anbietest und er es ebenso nimmt – umso besser. Du entwirfst aber, genauso wie jeder andere von uns, im Hinblick auf den Kunden und wählst daran den Stil. Nicht ein und den selben Style immer wieder zu verkaufen macht CG ja spannend. Hast du ja schliesslich immer noch selbst gemacht, selbst wenn der Kunde ggf Änderungen haben wollte. Kann also den Vergleich mit dem Poster nicht wirklich nachvollziehen.
Das wird in diesem Fall aber keiner Fragen und eben das ist ja der wichtige Teil hier: Das ist auch für dieses Projekt überhaupt doch garnicht Teil der Diskussion und deswegen auch nicht schlimm. Es ist ne Visualisierung, keine VFX-Werbeshot für nen Autohersteller. Ich gück mir ja auch kein geiles Stück Concept-Art oder einen Zeichentrickfilm an und sage “das sieht aber nicht fotoreal aus”. Daher finde ich an der Visualisierung auch im Gesamten nichts zu meckern – man muss ja die Bilder auch am Zweck messen und da passt hier alles. Als VFX Shot in Fast & Furious 932 1/3 nicht verkaufbar. Als technisch Viz eines Prozesses, absolut. Meinen “persönlichen” Geschmack treffen solche Visus sowieso nie, weil sie halt auch irgendwo immer mehr oder minder gleich aussehen, ähnlichen Inhalt transportieren, und man meistens halt in den üblichen Budgets für sowas auch nur in ganz wenigen Ausnahmefällen mal überhaupt den Anspruch haben könnte was ausgefallenes zu wagen oder “Filmreife” Shots zu versuchen. Dazu kommt das man dann da irgendwelche Menschen reinstellen muss die da so rumstehen. Muss aber sein, will ja auch der Kunde, schön findets keiner, echte Menschen drehen kostet mehr Geld und sieht im Gesamten dann auch nicht besser aus wenn der Rest Full-CG ist, und im schlimmsten Fall noch viel verkackter weil das Licht auf den Mädels&Jungs nicht stimmt, und das Uncanny Valley, wie du ja auch selber schon sagtest, omni-präsent ist, wenn man auf die Idee kommen würde es anders zu machen Trotzdem ist das Ding solide gemacht, Arbeitsaufwand gewesen und für den Zweck durchaus ne zielgenaue Landung. Dafür gibts ja auch den Daumen hoch.
Ich vermute, dass du darauf keine Antwort bekommen wirst, aber ich würde mal behaupten, dass für solch einen Kunden so ein Video mit ca. 8000€ - 10.000€ Budgetiert ist. Ist nicht viel, aber in dem Gebiet wird selten viel mehr bezahlt. Mehr ist da wohl bei solchen technisch orientierten Kunden nicht drinnen. Ist zumindest meine Erfahrung. Aber vielleicht hat Marc da ja nen dickeren Fisch an der Angel. Who knows
Das Hat mit dem Land nicht so wirklich was zu tun. Ja es müsste mehr sein, aber es macht einen Unterschied ob ich für die Industrie arbeite oder Werbung für einen Premiumhersteller beim Endkunden mache. Da sind die Budgets nun mal andere. Dafür auch die Ansprüche.
Man kann solche Filme schon kosteneffizient machen, aber reich wird man davon sicherlich nicht.
Na, n bisserl höher darf man schon. Ich persönlich berechne Renderzeiten bspw. oben drauf und Korrekturschleifen sind klar vorgegeben. Was drüber geht, kostet mehr. Und idR fängt die Hälfte der Kunden erst mit dem finalen Film an sich ernsthaft damit zu beschäftigen (oder erst dann sieht der Chef das Ergebnis). Aber ja, reich wird man davon nicht. Vlt. sollte ich mir andere Kunden suchen
PS: Wenn man sich die UE5 anschaut, ist es mittlerweile ja fast schon ein Lob, wenn einer meint es könnte aus einer Spiele-Engine kommen :o
Marketing, dass sich das erste mal nach vielen Projekten mit in den Prozess mischt und keine Ahnung von garnix hat:
“Ja, die XXX Bewegungen und so sind ja gut, aber wieso ist das alles so farblos?”
“Die Renderings?”
“Nein, das Video!”
“Ja da ist alles grau. Das ist ne Preview”
“Was?”
“Das ist die Previz.”
“Bitte was?”
“Der Viewport”
“Wie?”
“So sehen wir das bevor wir es rendern”
“So kann man doch garnicht arbeiten!”
“Doch, man braucht nur Abstraktionsvermögen. Deswegen sollt ihr ja anhand dessen nur die Bewegungen bewerten.”
“Ja die Bewegungen sind gut.”
“Ok!”
“Aber das ist alles so farblos…!”
Preistechnisch schliesse ich mich den andern Aussagen an aber der untere 5-stellige Bereich sollts eigentlich schon sein. Aber wie bereits gesagt wurde, kommt es bei Budgets wirklich enorm drauf an wo es landet. Auch darauf, wenn es dann eher brancheninterne Filmchen sind anstatt Werbung für den Endkunden, wo es dann läuft – n kleines Filmchen für die Webseite kriegt da einfach n anderes Budgetlevel als der neue Vision-Trailer für die IAA. Aber man passt dann ja, sollte man sich entscheiden den Auftrag anzunehmen, seine Output-Qulität auch darauf an. Macht halt n großen Unterschied ob man sich zu Hauf Assets bei Turbosquid einkauft oder alles selber baut, shaded, sich bemüht Chaos-Cad-Modelle sauber zu konvertieren anstatt einfach reinzuprügeln…
Meistens gehts bei diesen Filmchen auch nicht so wirklich um die optische Qualität als nur um den Transport der Message, deswegen macht es da auch meistens einfach Sinn zu schauen wie man am schnellsten zum Ziel kommt, sofern man damit leben kann Dinge rauszupusten die einem selber kein bisschen gefallen. Wenns aber schon auch ein wenig um Look und Feel geht und ein bisschen werbischer sein darf, gibts da durchaus auch Budgets zum mittleren fünfstelligen Bereich hin oder sogar höher – ich würde sagen zumeist muss man sich die aber auch ein bisschen erkämpfen durch aufzeigen was hübsches geht wenn man ein bisschen mehr investiert, oder es lieber sein lassen wenn man merkt da ist jemand eher nach einem “6x Autoviz zum Preis für eine!”-Dubiosen-Webseiten-Angebot sucht.
Hab ner Kundin mal ein Previz (OpenGL-Gouraud-Shading) geschickt, dann nichts mehr gehört. Nach zwei Wochen mal Nachgefragt, sie meinte, es sei gut und schon dem Sender weitergegeben worden
Zumindest war sie nicht enttäuscht! Man fragt sich aber ob sie ohne die Nachfrage auch dran gedacht hätte die Rechnung noch zu bezahlen wenn man zwei Wochen nichts hört ^^
Naja so ganz aus der Luft gegriffen sind die Zahlen für so ein Projekt nicht. Ein paar Anfragen von DSA gingen hier auch schon über den Tisch. Wir waren aber zu teuer
Du schreibst gerne, ne?
Die Wahrnehmung von Realismus in CGI ist immer subjektiv und immer Bias-behaftet. Das ist eine Tatsache der Wahrnehmungspsychologie. Und das ist der Grund, daß die Zitate “Ist das alles gerendert?”, “Ist das mit Vray gemacht?”, “Ist ja Physical Render, kann ja nicht realistisch sein.” so Tatsache sind. (Wen das ganze näher interessiert: auf der letzten FMX habe ich über Realismus in CGI, bzw die “Zutaten des Realismus” gesprochen: https://www.youtube.com/watch?v=JS0crb3r-U8)
Bei dem Projekt hier ging es um einen reichhaltigen, realistischen Look. Und der ist erzielt worden.
Marc