So dann hier ihre tolle Back-Story, geschrieben vom begnadeten Reisejournalisten Kurt von Weltenraum aus seinem bekanntesten Werk:
(und ich hab mal eure Kritikpunkte zumindest textlich ein bisschen aufgegriffen und ein bisschen was ergänzt ;))
[i]Die Cosmopolitan
Ein „Relikt aus vergangenen Zeiten“ wird sie von denjenigen genannt, die das Konzept großräumiger und luxuriöser Raumkreuzer für überholt halten, andere nennen sie das eleganteste Schiff der Flotte – was niemand bestreiten wird der je auf einem Raumhafen vor dem knapp 600 Meter langen, dienstältesten Schiff der zivilen Flotte stand, ist, dass ihr Anblick beeindruckt. „Vom Stapel gelassen“, wie man in alter Seefahrertradition zu sagen pflegten, wurde die Cosmopolitan 2525 in der Terra Réunion Werft. Ihre erste Umrundung des Orbitalrings der Erde bei einer feierlichen Zeremonie mit geladenen Gästen aus dem gesamten, damals noch jungen Staatenbund ist ein historisches Ereignis, dass noch heute in vielen VR-Datenbanken reich bebildert wiederzuerleben ist. Ihre erste fast 5 wöchige Reise nach Omega war Symbol für die Verständigung zwischen unserer alten Heimat und unserem neuen Zuhause. Sie spannte eine Brücke die dem Gedanken Omegas entsprach – Einigkeit zwischen den Menschen im Universum, ständige Erreichbarkeit trotz der schier endlosen Distanzen die uns voneinander trennen. Fast 60 Jahre später ist der Riese immer noch unterwegs zwischen den Welten, stetig auf der Strecke Erde - Omega. Als Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Planeten einst blau und gelb lackiert, durchquert sie heutzutage das All in strahlendem weiß. 10 Jahre lang begegneten sich die Cosmopolitan und ihr Schwesterschiff, die Voyageur, auf halber Strecke, ein Handschlag auf dem Weg zwischen Alt und Neu. Doch die Geschichte der beiden Schwestern ist nicht ohne Leid: Be ihrem 103. Flug sollte Voyageur ein tragisches Schicksal erleiden, als ein FTL Unfall 200 Reisenden das Leben kostete.
Ein Ausfall des Bugrammfeldes ließ Partikel in die Alcubierre-Blase eindringen und zerstörte die damalige Glasfront des Luxusliners, kleinste Partikel konnten ungehindert die innere Hülle bis zum Heck durchstoßen, bevor das Schiff den Überlichtflug verlassen konnte. Voyageur sollte nie wieder fliegen können – der Ruf der gigantischen Reisenschiffe war zunächst zerstört.
Bis zu jenem Tag galten die fusionsbetriebenen Schutzfelder der meisten zivilen Schiffe als unfehlbar, weswegen viele der damals verkehrende Kreuzer auf die sonst üblichen, mehrwandige Hüllen verzichteten, um großzügigeres Volumen zu bieten, als die engen Kabinen umfunktionierter Kriegsschiffe.
Das Ereignis sollte weitreichende Folgen für die zivile Raumfahrt haben, und gängige Sicherheitskonzepte auf den Kopf stellen. Für die Cosmopolitan, zum damaligen Zeitpunkt noch unverzichtbar für den Verkehr zwischen den Planeten des Bundes, sollte das Schicksal ihrer Schwester auch nicht ohne Konsequenzen bleiben. In einer mehrmonatigen Generalüberholung wurde das Schiff mit einem Frontpuffer ausgestattet, der im Falle eines Ausfall des Bugrammfeldes die Sicherheit der Passagiere gewährleisten sollte, und zusätzliches Sensorequipment beinhaltete, welches das Reisen mit Überlicht sicherer machte – bis heute gilt die Cosmopolitan dadurch, ausgenommen militärischer Kreuzer, als eines der sichersten und robustesten Schiffe im aktiven Dienst.
Die Generalüberholung verleiht ihr heute ihr einzigartiges, charakteristisches Aussehen mit der unverkennbaren Bug-Bucht im Rammkegel gleich dem Mund eines Fisches, welcher zur ursprünglichen Shuttle-Rampe des monströsen Raumfahrzeugs führt.
Reisende gewannen das Vertrauen in den Riesen zurück, und die Cosmopolitan bietet bis heute Reisekomfort, den viele Schiffe vermissen lassen.
Im Krieg mit Cassiopeia war sie eines der wenigen zivilen Schiffe, die ihre Reise unbeirrt fortsetzten. Damals ständig begleitet von zwei Kolibri- III-Kreuzern der omeganischen Streitkräfte, galt das Einlaufen des Dreiergespanns in den Raumhäfen des Bundes immer wieder als Bestätigung dass die junge Föderation bestand haben würde und ihre Bürger sich sicher fühlen dürfen, die Menschheit an einem Strang ziehen würde.
Heute bereisen viele kleinere Schiffe in kürzerer Zeit die Strecke Erde/Omega, doch die Cosmopolitan bietet etwas das in der heutigen Zeit kaum zu finden ist – Ruhe und Genuß. Der Ausblick aus den Glasfenstern im Bauch ist einzigartig, wenn die Cosmopolitan auf ihrer Reise Stopps am Neutronenstern Scati IV einlegt, oder Reisende kurz vor ihrem Ziel die lange unentdeckten neunten und zehnten Planeten des Sol-Systems bestaunen können.
Vielleicht ist heutzutage das Konzept eines Luxus-Schiffes für bis zu 1000 Personen nur etwa für wahre Leibhaber der Raumfahrt, aber auch zwischen den Welten in denen es nur Leere und wenig aus den Fenstern zu erblicken gibt, bietet die großzügigen Kabinen in den oberen Decks angenehmen Komfort. Und auch wenn man es ihr von Außen kaum ansehen mag – der künstliche Garten im Zentrum des Schiffes lässt einen fast vergessen, keinen echten Boden unter den Füßen zu haben, und bietet Besuchern unserer unzähligen, nicht terrestrischen Bundesmitgliedern die Möglichkeit sich an ein erdähnliches Umfeld zu gewöhnen, bevor sie eventuell das erste Mal einen blauen Himmel zu Gesicht bekommen. In Anlehnung an Hunderte Jahre zurückliegende Luftfahrt-Geschichte der Erde,verleiht ihre Gemächlichkeit der Cosmopolitan den liebevollen Spitznamen „Zeppelin des Kosmos“.
Mindestens noch 10 weitere Jahre wird die Cosmpolitan ihre traditionsreiche Reise noch antreten können – danach wird sich eine ständige Modernisierung ihrer Bordsysteme aller Voraussicht nach für den Betreiber Yu-Han nichtmehr lohnen. Wenn du also einmal die Gelegenheit haben solltest deinen Weg an Bord der Cosmopolitan anzutreten anstatt an Bord eines „neumodischen Flitzers“, dann nutze diese Chance und du wirst sicher eins haben: Ein unvergessliches Erlebnis, das uns erinnert an die Zeit als wir die Erde verließen und nach monatelanger Reise Omega zu unserer neuen Heimat machen konnten. Die Pioniere von einst hatten nur eines nicht. Platz. Und den gibt es auf der „Cosmo“ zu Genüge.
- Kurt von Weltenraum - „Volle Kanne Kosmos! – 20 Dinge die du zwischen den Sternen gemacht haben solltest (außer den Helm abnehmen)“ , Mondverlag, 2581[/i]