Ich habe einen neuen potenziellen Kunden im Anlagenbau. Er will seine Anlage (Förderbänder, Roboter, Maschinen) als Film aufbereitet bekommen. Er will aber auch eine VR-Anwendung für Headsets. Ich denke ich biete ihm einfach ein 360 Grad Video an und das wird auch ok sein.
Aber bei der Gelegenheit wurde mir bewusst, dass ich keine Ahnung habe, wie ich möglichst einfach und kostenschonend eine interaktive VR Anwendung auf Basis eines C4D Projektes baue.
Ich hätte gerne eine Lösung, mit der man in dem Modell nicht nur umschauen, sondern auch herumlaufen und sich auch an einen beliebigen Punkt auf dem Boden der Szene teleportieren kann.
Mir fällt da nur Sketchfab ein, aber das bietet die Funktionalität nicht. Unreal ist zu komplex und ich glaube mittlerweile auch sehr teuer. Vielleicht Blender (nach kurzem Check - ja ginge irgendwie aber man müsste Blender können und Teleportation irgendwie reinprogrammieren = komplex)?
Was ist der Way to go um aus einem C4D Projekt eine interaktive VR Anwendung zu bauen?
Teuer? Nur unter bestimmten Umständen. Solange Dein Kunde das Ergebnis Deiner Arbeit nicht weiterverkauft, ist das -wenn ich die Lizenzregeln korrekt interpretiere- kostenfrei. Und für Dich als Artist sowieso.
Komplex? Definitiv. Aber durchaus lernbar. Solange Du “nur” drin rumlaufen/portieren willst, ist das gar nicht sooo wild. Ich hatte mir das mal ansatzweise angeschaut - ist halt wieder eine neue Struktur, in die man sich reindenken muss. Aber wie Blender auch gibt es massig Tutorials online.
Naja man muss halt einen Kunden finden der bereit ist das und die Einarbeitungszeit zu bezahlen. Da mach ichs mir gerne einfach und dem Kunden damit günstiger.
Ne Lösung für C4D Direkt gibt es nicht? Irgend ein Plugin oder ein einfaches Tool wie Sketchfab?
Naja, ich denke da ist Unreal, oder auch Unity, schon die beste Wahl für.
Du kannst (je nach Engine) dein Projekt realtiv easy rüber exportieren. Für Ureal (4) gab es zumindest auch mal DataSmith, das direkt C4D Dateien importieren konnte. Ob das noch dabei ist weiß ich aber nicht.
Ansonsten gibt es über die Marktplätze der jeweiligen Engines auch für VR Headsets Presets, die man kaufen und einbauen kann, damit ist dann dein Controller und alles, was es zu programmieren gäbe in Bezug auf VR relativ gut gelöst.
Jetzt kommt es zum einen auf deine Szene an, wenn du noch son Kram wie Türen öffnen können willst brauchst du durchaus ein wenig Programmierung, wenn du aber wirklich nur rumlaufen magst, dann müsste das relativ Problemlos einfach gehen.
Was ich jetzt nicht mehr im Kopf habe: Die Materialien, ich glaube da muss man unter umständen auch nochmal ran.
Für Unreal Engine gibt es da aber einen Node Editor, mit dem kann man zurecht kommen.
Das sind jetzt allerdings alles Erfahrungen aus einem Job der bestimmt 3-4 Jahre her ist.
Für C4D direkt wäre mir nichts bekannt, das wäre natürlich cool
Was will denn der Kunde überhaupt? Irgendwas billiges was ihm keinerlei Mehrwert bietet oder doch was richtiges für was er dann auch bereit ist Geld in die Hand zu nehmen?
Wenn wir in so einer Situation sind halten wir es eher pragmatisch nach dem Sprichwort: Schuster bleib bei deinen Leisten, und empfehlen dann lieber Partner die sich dann auf das jeweilige Gebiet spezialisiert haben.
Der Kunde zahlt dir natürlich keine Einarbeitung, die kannst du höchstens selber investieren wenn du vor hast das in Zukunft auch selber anzubieten, aber im Normalfall verschwendet man damit nur seine Zeit und verliert den Fokus.
Mein Tipp: Such dir nen Dienstleister aus deinem Netzwerk der das vielleicht kann und empfehle den weiter. Der Kunde fühlt sich von dir dadurch ehrlich beraten was dir auf Dauer deutlich mehr bringt.
Danke an alle!
Also Unreal - ich hab sogar mal vor 3 Jahren eine recht komplexe interaktive Anwendung mit der Unreal engine gemacht - dann ist das wohl der Way to go - schade das C4D da nichts anbietet - es ist ja nix komplexes.
Ich hab dem Kunden jetzt (hoffentlich - Angebot steht aus) einen Film verkauft und dann gibts noch mal einen 30 Sekunden 360 Grad Loop, bei dem man in der Anlage steht und sich überallhin umdrehen kann. Das kann er auf der Messe verwenden (Publikumsmagnet) und danach auch noch auf YouTube stellen. Der war happy mit der Idee und es ist viel einfacher umzusetzen auch für den Kunden der seine Kunden nicht groß in die Steuerung einweisen muss, sondern ihnen einfach den Helm aufsetzt - da läuft der Loop der kann sich kurz umschauen - Ende Peng. Grafik ist da auch besser als bei einer Real Time Anwendung
Das mit der Unreal Engine funktioniert bestimmt aber der Teufel steckt dann wieder im Detail und alles dauert viel länger.
Vielen Dank - mein Fazit ist
Mit Blender oder der Unreal Engine (mit Marketplace AddOn) geht es
direkte C4D Pluginis gibts nicht
Vermutlich machts mit der Unreal Engine am meisten Spaß - da ist aber Einarbeitungszeit und R&D notwendig. Ich Tippe auf 20-50 Stunden (grobe Schätzung)
Hä? Lauser hat Dir oben zum einen das Live-Plugin bzw. ein YT Video dazu verlinkt, das Du als Sub-User gut nutzen kannst.
Das ändert dann nach Import live, was Du gerade in C4D geändert hast, auch in Unreal. Es sieht so aus, als ob damit auch Redshift Material importiert würde, aber das kannst Du ja ganz schnell selbst herausfinden.
Und das Datasmith-Plugin zum direkten Import von C4D Daten ist seit ~Ende der 4er Zeiten integriert, man muss es lediglich aktivieren. Mesh, Material und (skeletal) Animationen können damit importiert werden. Kannst Du Dir ja auch noch konkret reintun oder schlicht austesten https://docs.unrealengine.com/5.3/en-US/datasmith-tutorials-in-unreal-engine/
Maxon bringt regelmäßig Updates zur C4D/Unreal Cineware Bridge raus.
Läuft ein wenig unter dem Radar von vielen. Glaube, dass Animationen auch noch nicht ungebacken rüber kommen, zumindest Joint Rigs nicht.