Ich muss hier für einen Kunden eine ganze Menge (80+) an metallischen Oberflächen anlegen, die später auf verschiedene, kleine Bauteile gelegt werden sollen. Einige davon unterscheiden sich nur minimal. Ich habe das im Vorfeld auch gar nicht als so problematisch angesehen, aber jetzt nach einiger Zeit habe ich doch ein paar Probleme.
Ich habe alle Oberflächen als Bauteile hier, habe also eine sehr gute Vorstellung davon wie sie aussehen und sich verhalten sollen. Da der Job aber nicht die höchste Priorität hat, erstreckt sich das ganze nun schon über einige Monate. Das bringt mit sich, dass ich die Bauteile nun schon zu vielen verschiedenen Uhrzeiten, Sonnenständen und Jahreszeiten gesehen habe. Und ich muss leider sagen, dass ich immer wieder an den Punkt komme und das Gefühl habe, dass meine eigentlich schon abgeschlossenen Materialien nicht dem gewünschten Endergeniss entsprechen.
Was ich sagen will: Kleinste Änderungen in der Beleuchtung/Szene in meinem Projekt sorgen zu Veränderungen, die viele Materialien nicht mehr so erscheinen lassen wie sie gedacht waren. Ich habe jetzt viel versucht, seien es Shader oder Bild-Texturen für Strukturen, mit GI und ohne, mit Szene oder HDRI für Reflektionen… aber am Ende habe ich immer wieder die gleichen Probleme. Viel Zeit mit der Hilfe zum Reflectance-Channel verbracht und einzelne Materialien mehrmals neu angelegt. Dennoch… .. Gerade die Intensität der Reflektion und der Glanzlichter macht mit einige Probleme. Ich habe mir auch einige der mitgelieferten Presets angesehen und da entstehen oft die gleichen Probleme.
Ich frag mich jetzt ob meine Materialien einfach nur nach wie vor schlecht angelegt und konfiguriert sind, oder ob es eben auch ein wenig mit dem Renderer (AR) und der Material-Engine selbst zutun hat. Sprich: Dass auch bei eigentlich richtiger Konfiguration spätere Änderungen an der Szene nicht immer so dargestellt werden, wie man sie an den echten Objekten beobachten kann.
Irgendwelche Erfahrungen oder Tipps, sofern meine Angaben das überhaupt hergeben?
Ich erlaube mir mal zu sagen, dass das normal ist. Metalle definieren sich nunmal hauptsächlich durch den Umstand, dass sie ihre Umgebung reflektieren. Viel wichtiger als das Material ist also die Umgebung, die Kamera, das Licht und die Flächen, die man extra für gezielte Spiegelungen ins “Studio” stellt. Tipp: Nimm’ einfach vollspiegelndes Chrom und stelle daran die Szene, Kamera und Lichter ein und platziere weiße Flächen so in die Szene, dass sich die gewünschten Spiegelungen ergeben. Erst danach das Material “feintunen”.
Man benötigt im Prinzip eine 1:1-Referenz von Umgebung und Erscheinung des Materials in dieser Umgebung. Wenn Du also wirklich Aufwand betreiben wolltest, könntest Du Deine Bauteile photographieren, im gleichen zuge ein 360°-Panorame Deines Studios/Büros erstellen und das dann als Beleuchtung verwenden.
Dann gäb’s zumindest eine Chance, daß die Photos der Bauteile und die Renderings vergleichbar werden.
Oder Du machst es, wie Stephan vorschlägt.
Metalle machen mir auch immer wieder zu schaffen. Um so etwas wirklich sauber hin zu bekommen (Schreibt man das jetzt so getrennt? Sieht ja gruselig aus…), benötigt man sicher ein tiefgreifendes Verständnis für die Physik des Lichtes…
Danke schonmal, dann bin ich ja ein wenig beruhigt.
Ja, Substance Designer wollte ich mir schon länger mal ansehen, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht ob Cheffe da mit an Board ist. Ich schau mir die Lizenzmodelle da mal genauer an.
Du benötigst eher ein Verständnis für die Texturen. Aluminium z.Bsp. sieht unter jedem Licht wie Aluminium aus, weil das Matrial seine speziellen Eigenschaften, die es als Aluminium erscheinen lassen, immer beibehält. Genauso verhält es sich natürlich auch mit allen anderen Metallen.
hab mal Zeit gehabt ein Material mit drei verschiedenen Lichtsituationen rauszurendern. Egal, welches Licht verwendet wird … es bleibt eine angerostete und lackierte Metallplatte.