Naja, auch. Der Kunde kann und wird schon durchaus sagen “Das ist mir zu düster, bedrohlich, zu verrauscht, zu hell, zu actionlastig, zu lahm…” oder was auch immer ihm gerade einfällt, und hat auch das letzte Worte solange er noch Änderungen bezahlen will, vorrausgesetzt der Kunde argumentiert überhaupt auf dieser filmsprachlichen Ebene, anstatt auch das “wie” nur das reine “was” (im Sinne von: Wird das richtige gezeigt, ist der Ablauf richtig) zu sehen
Genauso kann er den Style gut finden und das so machen. Das Endprodukt nimmt ja immer noch der Kunde ab. Dass du ihm was anbietest und er es ebenso nimmt – umso besser. Du entwirfst aber, genauso wie jeder andere von uns, im Hinblick auf den Kunden und wählst daran den Stil. Nicht ein und den selben Style immer wieder zu verkaufen macht CG ja spannend. Hast du ja schliesslich immer noch selbst gemacht, selbst wenn der Kunde ggf Änderungen haben wollte. Kann also den Vergleich mit dem Poster nicht wirklich nachvollziehen.
Das wird in diesem Fall aber keiner Fragen und eben das ist ja der wichtige Teil hier: Das ist auch für dieses Projekt überhaupt doch garnicht Teil der Diskussion und deswegen auch nicht schlimm. Es ist ne Visualisierung, keine VFX-Werbeshot für nen Autohersteller. Ich gück mir ja auch kein geiles Stück Concept-Art oder einen Zeichentrickfilm an und sage “das sieht aber nicht fotoreal aus”. Daher finde ich an der Visualisierung auch im Gesamten nichts zu meckern – man muss ja die Bilder auch am Zweck messen und da passt hier alles. Als VFX Shot in Fast & Furious 932 1/3 nicht verkaufbar. Als technisch Viz eines Prozesses, absolut. Meinen “persönlichen” Geschmack treffen solche Visus sowieso nie, weil sie halt auch irgendwo immer mehr oder minder gleich aussehen, ähnlichen Inhalt transportieren, und man meistens halt in den üblichen Budgets für sowas auch nur in ganz wenigen Ausnahmefällen mal überhaupt den Anspruch haben könnte was ausgefallenes zu wagen oder “Filmreife” Shots zu versuchen. Dazu kommt das man dann da irgendwelche Menschen reinstellen muss die da so rumstehen. Muss aber sein, will ja auch der Kunde, schön findets keiner, echte Menschen drehen kostet mehr Geld und sieht im Gesamten dann auch nicht besser aus wenn der Rest Full-CG ist, und im schlimmsten Fall noch viel verkackter weil das Licht auf den Mädels&Jungs nicht stimmt, und das Uncanny Valley, wie du ja auch selber schon sagtest, omni-präsent ist, wenn man auf die Idee kommen würde es anders zu machen
Trotzdem ist das Ding solide gemacht, Arbeitsaufwand gewesen und für den Zweck durchaus ne zielgenaue Landung. Dafür gibts ja auch den Daumen hoch.